Unser Ratgeber für Sie:

Es ist eine ärgerliche Situation, wenn man gezwungen war, ein Darlehen aufzunehmen, von dem man wusste, dass seine Konditionen nicht gut waren, aber man keine Wahl hatte. Es wird noch ärgerlicher, wenn man wenig später ein Darlehen findet, welches weit günstiger wäre. In einem solchen Fall können sie dieses jedoch aufnehmen und als Kredit für eine Umschuldung einsetzen.

So schulden Sie richtig um

Kredit für eine Umschuldung: Was bedeutet das?

Der Kredit für eine Umschuldung folgt der Idee, dass ein Mensch dadurch, dass er ein neuen Kredit mit besseren Konditionen aufnimmt und damit ein altes Darlehen vollständig ablöst, finanziellen Spielraum gewinnt und somit mehr Geld zur Verfügung hat. Seine Kreditwürdigkeit leidet also nicht unter der Umschuldung, sondern wird im Gegenteil durch diese sogar verbessert.

Es ist aus diesem Grund in aller Regel recht unkompliziert, einen solchen Kredit aufzunehmen, wenn man nicht schon sehr viele bzw. sehr hohe andere Kredite hat, welche die Banken zweifeln lassen, ob man die Umschuldung wirklich problemlos meistern kann.

Manche Banken vergeben außerdem kein Darlehen als Umschuldungskredit für einen anderen Kredit bei sich. In diesem Fall muss man aber einfach zu einer anderen Bank gehen und den Kredit dort aufnehmen.

Der Kredit für die Umschuldung und die rechtliche Situation

Eine Umschuldung ist rechtlich immer möglich. Die EU hat im Jahr 2010 eine neue Kreditrichtlinie erlassen, die anschließend von den Mitgliedsstaaten in nationales Recht umgesetzt wurde, die besagt, dass eine Umschuldung immer und zu jedem Zeitpunkt möglich ist. Denn die Kreditrichtlinie besagt im Detail, dass jederzeit eine vorzeitige Ablösung des Kredits im Bereich des Möglichen liegt. Eine Bank hat auch nicht das Recht dazu, diese Variante auszuschließen. Sollte sich eine entsprechende Klausel in der Kreditvereinbarung befinden, so ist diese nichtig.

Der Kredit für die Umschuldung: Vorsicht vor der Vorfälligkeitsentschädigung

Manche Banken offerieren jederzeit kostenlose Sondertilgungen. Man muss mit einem solchen Angebot jedoch vorsichtig sein, denn nicht alle Banken verstehen unter einer Sondertilgung auch eine vorzeitige Ablösung des Kredits, sondern nur eine teilweise Rückzahlung des Darlehens. Will man vorzeitig ganz ablösen, erheben sie die sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung, was im Prinzip nichts weiter als eine Strafgebühr ist. Stichtag für diese ist der 10. Juni 2010. Bei Kreditverträgen, die vor diesem Datum geschlossen wurden, durfte die Banken die Höhe der Entschädigung bestimmen.

Für alle danach geschlossenen Verträge gilt die EU-Kreditrichtlinie: Die Vorfälligkeitsentschädigung darf demnach maximal ein Prozent der abzulösenden Summe betragen. Läuft der Vertrag noch weniger als zwölf Monate, so liegt die maximale Höhe der Entschädigung bei 0,5 Prozent der abzulösenden Summe. Eine Umschuldung macht aber nur dann Sinn, wenn die Zinsersparnis auch tatsächlich größer als dieser Entschädigungsbetrag ist. Ansonsten sollte man sie unterlassen.

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