Tagesgeldanlage

Seit den 1990er Jahren stoßen neben Sparbüchern auch Tagesgeldkonten auf zunehmende Resonanz bei den Anlegern. In Deutschland verfolgen viele Menschen eher sichere Anlagestrategien, wofür niedrigere Zinsen in Kauf genommen werden. Sparbücher wurden im Jahr 2010 mit durchschnittlich einem Prozent verzinst, Tagesgeldkonten im Schnitt mit 1,2 Prozent. Einen Überblick über die Angebote verschiedener Banken kann man sich bei Finanzportalen im Internet verschaffen – dort stehen oftmals Experten bereit, die auch auf spezifische Fragen antworten können und wichtige Tipps geben.

 

Ein wichtiger Punkt bei Tagesgeldkonten sind die Zinsen. Während einige Institute diese einmal pro Jahr auszahlen, erfolgt die Auszahlung bei anderen Bankhäusern vierteljährlich oder monatlich. Für den Anleger gilt: Je öfter ausbezahlt wird, desto besser, da der Betrag dann unmittelbar mitverzinst werden kann. Obwohl der Zinssatz eines Tagesgeldkontos theoretisch täglich geändert werden könnte, sind die Banken in der Praxis darauf bedacht, ihn relativ konstant zu halten – anderenfalls würden sie Gefahr laufen, dass die Kunden ihr Geld bei einer Verringerung des Satzes abziehen und bei einer anderen Bank mit einem höheren Zins anlegen. Da die Institute die Einlagen selbst zum Arbeiten brauchen, versuchen sie, ihren Kundenstamm zu halten. Um trotzdem höhere Zinsen ermöglichen zu können, wird bei Tagesgeldkonten häufig am Verwaltungsaufwand gespart – dies kann beispielsweise durch eine reine Online-Kontoführung geschehen, die ohne Briefverkehr oder persönliche Beratung vor Ort stattfindet. Es empfiehlt sich dennoch, die Konditionen der einzelnen Bankhäuser im Auge zu behalten – entdeckt man ein günstigeres Angebot, so wechselt man zum entsprechenden Institut.

 

Ebenfalls wichtig zu wissen: Die oftmals beworbene tägliche Verfügbarkeit des Tagesgeldes ist häufig theoretischer Natur – in der Praxis ergeben sich Einschränkungen. In vielen Fällen kann nur auf das Geld zugegriffen werden, indem man Beträge auf das eigene Referenzkonto überweist, von dem das Geld dann abgehoben wird. Hierbei kommt es zu Banklaufzeiten, die je nach Institut zwischen einem und drei Tagen liegen können – diesen Umstand sollte man berücksichtigen und bei geplanten Investitionen rechtzeitig Geld auf das Referenz-Girokonto überweisen.

 

Einige Experten sehen Tagesgeld nur als kurzfristige Lösung, um Liquiditätsreserven zu gewährleisten – sie empfehlen, auch über längerfristige Strategien der Geldanlage wie Aktien, Fonds oder Anleihen nachzudenken. Geht man von rund fünf Billionen Euro an Vermögen in Deutschland aus, so sind davon nicht einmal 30 Prozent in Wertpapieren angelegt. Bei Aktienanlagen ist zwar mit durchschnittlich sechs Prozent eine höhere Rendite zu erwarten, allerdings bergen sie das Risiko unvorhersehbarer Kurseinbrüche – diese Gefahr besteht bei der Anlage auf einem Tagesgeldkonto nicht.